Langsame Seiten, zuckende Layouts, träge Buttons: Google misst das seit 2021 mit den Core Web Vitals und berücksichtigt diese Werte beim Ranking. In diesem Lexikon-Artikel erfahren Sie, was LCP, INP und CLS sind, welche Zielwerte gelten und wie Sie die Metriken messen und verbessern. So erfüllen Sie die wichtigsten Google-Anforderungen an Nutzererfahrung und technische SEO.
Was sind Core Web Vitals? Definition
Die Core Web Vitals sind drei von Google definierte Kennzahlen, die die Nutzererfahrung einer Webseite erfassen: wie schnell der sichtbare Inhalt da ist, wie reaktionsfähig die Seite auf Eingaben reagiert und wie stabil das Layout beim Laden bleibt. Seit Mai 2021 sind sie offiziell Teil der Bewertung von Suchergebnissen (Ranking-Faktor) und werden in der Google Search Console ausgewertet.
Die drei Metriken heißen:
- LCP (Largest Contentful Paint): Wie schnell der Hauptinhalt der Seite sichtbar ist.
- INP (Interaction to Next Paint): Wie schnell die Seite auf die erste Nutzerinteraktion reagiert.
- CLS (Cumulative Layout Shift): Wie stark sich Elemente beim Laden verschieben.
Für jede Metrik gibt Google Schwellenwerte vor (gut, verbesserungswürdig, schlecht). Ziel ist, dass 75 % der Seitenaufrufe Ihrer Website die „guten" Werte erreichen. Dann gelten Ihre Core Web Vitals in der Search Console als grün und Sie senden positive Nutzererfahrungs-Signale an den Algorithmus.
LCP: Largest Contentful Paint (Ladezeit des Hauptinhalts)
LCP misst die Zeit vom Start des Ladevorgangs bis zu dem Moment, in dem das größte sichtbare Inhaltselement (Bild, Video, Textblock) im Viewport angezeigt wird. Damit erfasst Google, wie lange Nutzer warten, bis der Kerninhalt da ist.
LCP-Zielwerte
| Bewertung | LCP (mobile & desktop) |
|---|---|
| Gut | ≤ 2,5 Sekunden |
| Verbesserungswürdig | 2,5 bis 4 Sekunden |
| Schlecht | > 4 Sekunden |
Typische Ursachen für schlechten LCP: schwere Bilder oder Videos ohne Optimierung, blockierendes JavaScript im Head, langsamer Server oder CDN. Optimierungen: Bilder komprimieren und lazy loaden, kritischen Inhalt priorisieren, Hosting und Caching verbessern. Mehr dazu in unserer Übersicht zu technischem SEO und Performance.
INP: Interaction to Next Paint (Reaktionsfähigkeit)
INP (Interaction to Next Paint) ersetzt seit März 2024 die frühere Metrik FID (First Input Delay). INP misst, wie schnell die Seite auf Nutzerinteraktionen (Klick, Tippen, Tastendruck) reagiert. Gemessen wird die Zeit von der Eingabe bis die Seite sichtbar darauf reagiert („next paint").
INP-Zielwerte
| Bewertung | INP |
|---|---|
| Gut | ≤ 200 Millisekunden |
| Verbesserungswürdig | 200 bis 500 ms |
| Schlecht | > 500 ms |
Schlechter INP entsteht oft durch zu viel JavaScript im Hauptthread, lange Tasks oder fehlende Code-Splitting. Maßnahmen: JavaScript entlasten, lange Aufgaben aufteilen, Third-Party-Skripte verzögert laden oder ersetzen.
CLS: Cumulative Layout Shift (Layout-Stabilität)
CLS (Cumulative Layout Shift) erfasst, wie stark sich sichtbare Elemente während des Ladevorgangs verschieben. Springt z. B. ein Textblock nach unten, weil ein Bild nachgeladen wird, oder ruckelt ein Button beim Klicken, verschlechtert das den CLS-Wert. Nutzer empfinden das als störend und klicken möglicherweise falsch.
CLS-Zielwerte
| Bewertung | CLS |
|---|---|
| Gut | ≤ 0,1 |
| Verbesserungswürdig | 0,1 bis 0,25 |
| Schlecht | > 0,25 |
Häufige Ursachen: Bilder oder eingebettete Inhalte ohne feste Breite/Höhe, dynamisch eingeblendete Banner oder Fonts, die nachladen und Platz beanspruchen. Abhilfe: width/height bei Bildern setzen, Platzhalter für dynamische Inhalte reservieren, Fonts vorladen oder mit font-display steuern.
Core Web Vitals messen
Google bietet mehrere Wege, Core Web Vitals zu prüfen:
- Google Search Console: Unter „Core Web Vitals" sehen Sie, wie Ihre Seiten bei echten Nutzern (Chrome User Experience Report, CrUX) abschneiden. Nach URL-Gruppen und mobil/desktop getrennt.
- PageSpeed Insights (pagespeed.web.dev): Lab-Messung (Lighthouse) plus echte Nutzerdaten, wenn für die URL CrUX-Daten vorliegen. Geeignet für Einzel-URLs und konkrete Verbesserungsideen.
- Chrome DevTools, Lighthouse: Lokale Messung unter definierten Bedingungen. Ideal für Entwickler, um vor dem Deployment zu testen.
Für ein realistisches Bild sollten Sie sowohl Lab-Daten als auch Felddaten (CrUX) nutzen. Die Search Console zeigt genau die Werte, die Google für das Ranking heranzieht.
Core Web Vitals und Google-Ranking
Core Web Vitals sind ein bestätigter Ranking-Faktor für die Google-Suche, vor allem auf mobilen Geräten. Sie gehören zur „Page Experience"-Bewertung. Schlechte Werte können die Platzierung belasten, gute Werte unterstützen sie. Sie ersetzen aber nicht Relevanz und E-E-A-T: Eine schnelle, stabile Seite mit schwachem Inhalt rankt nicht allein wegen guter Core Web Vitals vorne. In Kombination mit einer starken SEO-Optimierung sind sie ein wichtiger Hebel für bessere Sichtbarkeit.
Zusammenfassung
- Core Web Vitals sind drei Metriken: LCP (Ladezeit Hauptinhalt), INP (Reaktionszeit), CLS (Layout-Stabilität). Seit 2021 Ranking-Faktor.
- Ziel: LCP ≤ 2,5 s, INP ≤ 200 ms, CLS ≤ 0,1. 75 % der Aufrufe sollten „gut" sein.
- Messen: Search Console, PageSpeed Insights, Lighthouse. Felddaten (CrUX) sind maßgeblich für Google.
- Optimieren: LCP (Bilder, Server, kritisches Rendering), INP (JavaScript, lange Tasks), CLS (Bildmaße, Platzhalter, Fonts).
Praxis-Tipp: Sie wollen Ihre Core Web Vitals verbessern und technisches SEO aufräumen? Im SEO-Audit prüfen wir LCP, INP, CLS und zeigen konkrete nächste Schritte. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Erstberatung.



